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"Mütter und Schrauben flott machen ..."

Ursprüngliche Nachricht
 
"Mütter und Schrauben flott machen ..."
Posted by Alexander Brandner on Nov-20-99 at 05:12 PM (MEZ)
Hier sind alle möglichen (chemische und mechanische) Lösungsvorschläge für festgegangene Schrauben und Muttern gesucht.

zb: abgedrehte Schrauben in Gußteilen; Muttern auf eingegossenen Gewinden, die sich mitdrehen; festgerostete oder gefrorene *g* Muttern und Schrauben etc. etc. ....

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Verzeichnis der Antworten

Mütter und Schrauben flott machen ..., Alexander Brandner, Dec-11-99, (1)

 

 

Nachrichten zu diesem Thema
 
1 . "Mütter und Schrauben flott machen ..."
Posted by Alexander Brandner on Dec-11-99 at 04:10 PM (MEZ)
Also gut, zuerst einmal zu den Gründen, warum eine Schraube / Mutter überhaupt hält:
1) Idealerweise, weil durch die, beim Zudrehen aufgebaute Spannung die Reibungskräfte entlang des Gewindeganges so groß werden, daß ein Drehen der Schraube ohne Kraftaufwendung nicht passiert. (BTW: Bei Vibrationen werden die Längspannungen zeitweise so klein, daß die Mutter / Schraube sich erst wieder bewegt. Dieses Phänomen kennen ja insbesondere Einzylinderfahrer ;-))
2) Die Schraube ist korrodiert, was zu stärkeren Reibunswiderständen führt, die außerdem von *chemischen* Haftkräften verstärkt werden. Dieser Effekt ist im allgemeinen nicht gewollt - oft aber nicht unpraktisch.

Wie bekommt man die Schrauben nun wieder los?
ad 1) Wenn sich einfach nichts mehr bewegt und man schon den Schraubenkopf bzw. die Mutter deformiert, hilft nur mehr eines (Man sollte dabei die Wirkung eines guten Sitzes von etwas teurerem Werkzeug nicht unterschätzen!): Die Spannung entlang der Achse wegnehmen. - Klingt komisch, ist aber so. Dazu fallen mir verschiedene Situationen mit unterschiedlichen Lösungsansätzen ein:
a) Schraube sitzt in massivem Material fest: Schraubenkopf abbohren, wegschleifen oder abschneiden. Wenn nicht zusätzlich Korrosion vorliegt, ist dann die entspannte Schraube relativ leicht herauszudrehen. Sitzt die Schraube zu fest, kann man sie immer noch mit einem dünnen Bohrer ausbohren. Im Anschluß daran kann es aber notwendig werden, das Gewinde nachzuschneiden.
b) Mutter auf einem *fest montierten* Gewinde: Hierbei kann ein ganz gefinkeltes Gerät, das angeblich in der Lage ist, die Mutter ohne das Gewinde zu zerstören herunterzusprengen, zum Einsatz kommen. Ansonsten ist die Brachial-Methode einzusetzen, soll heißen Mutter unter heftigem Fluchen so entfernen, daß das Gewinde nicht zu stark leidet (Schleifen, Schneiden).
c) Mutter auf eingegossener Schraube: Wenn der Hersteller (Wie es mir bei der XTZ pasiert ist ) zu dumm ist, um Schrauben mit eckigen Köpfen einzugießen sondern runde Köpfe verwendet, kann es schon einmal vorkommen, daß beim Zudrehen oder durch einen Schlag auf das betreffende Teil die Schraube in ihrem angegossenen Sitz locker wird. Hier kann das oben kurz umrissene Gerät helfen, oder man kann (besonders bei Kunststoffteilen) versuchen den Schraubensitz so weit zu zerstören, daß die Schraube dann herausgeht. Abschließend gießt man eine neue Schraube (diesmal mit eckigem Kopf) ein oder versieht die Originalschraube mit einer Bohrung um sie in ihrem Sitz mittels Splint und Kleber zu sichern. (Ich hab das bei der Verkleidung gemacht und anschließend noch eine Lage Glasfasern um den Schraubensitz gemurkst --> Hält anscheinend recht gut.)
d) Schraube mit aufgesetzter Mutter: Die Lösung scheint trivial zu sein ;-)

ad 2) Hier fällt mir nur ein, daß man das betreffende Teil mit ausreichend MOS2-Spray einläßt und anschließend Geduld walten läßt, um dem Kriechöl das Vordringen in den Gewindespalt zu ermöglichen.

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