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"Kunststoffteile flicken"

 
Ursprüngliche Nachricht
 
"Kunststoffteile flicken"
Posted by Alexander Brandner on Jun-21-00 at 11:53 AM (MEZ)
Da mein geliebetr Steinfrosch (aka XTZ) zeitweise eher als Steinbeißer zu bezeichnen ist, hab ich in letzter Zeit ein wenig Erfahrung im Umgang mit thermoplastischen Kunststoffteilen bekommen.
Bevor man sich nun an die Arbeit macht um einen Verkleidungsteil oder ähnliches zu reparieren sollte man sich immer im klaren darüber sein, daß es doch einen gewissen Aufwand bedeutet, einen Teil zu flicken, und daß es hinterher selten so ausschaut, als ob der Teil neu wäre. Daher ist auch die Frage nach einem Nachbauteil eine Überlegung wert. Im www finden sich unter andern auch bei:
http://www.sebimoto.com/
und bei
http://www.motoforza.de/frames/index3.htm
Informationen.
Weiters liefert RM Products Line Produktions und VertriebsgesmbH Racemanagement, Gradnerstr. 185, 8054 Graz, Tel. 0316 281565 Nachbauverkleidungen (Dies sien aber dem Vernehmen nach, wie auch andere Produkte dieser Firma, nicht gerade gut an das Motorrad angepaßt. Zudem glänzt das Unternehmen nicht gerade durch Kulantez bzw. Einfühlungsvermögen in den Kunden. Dazu lese man: http://members.eunet.at/manfred.zierler/bike.htm --> Verkleidung VF500F).
Da ich persönlich mit keiner der Firmen Erfahrungen hab, kann ich auch nix zu deren Qualität sagen.

Nun aber zum Basteln:
1.) Für kleine Blessuren an nicht all zu stark belasteten Teilen hat sich UHU plus endfest 300 bewährt. Damit ist insbesondere ein weiteres Einreißen durch Vibrationen relativ zuverlässig unterbunden.

2.)Ein weitere Kleber aus einem Bereich, der dem Motorradbasteln nicht ganz nahe steht wäre Prothesenkunststoff aus dem Dentalhandel, der klebt jede Art von Kunststoff. Man muß, wie bei jedem Kleber zuerst die Klebestelle mit Schmirgelpapier aufrauhen und entfetten (mit Nitroverdünnung oder PE-Reiniger), den Kunststoff auftragen, 15 Minuten aushärten lassen - fertig.

3.) Für etwas umfangreichere Arbeiten hat sich die folgende Kombination bestens bewährt:
a - Bruchstelle entgraten, daß sich die beiden Seiten wieder leicht aneinaderfügen lassen. Lötkolben gut aufheitzen und den Spalt entlangfahren. Die vorher angefallenen Späne oder Reste eines Thermoplasten lassen sich gut einschmelzen um die Fuge gut zu verschließen.
Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, daß kein Splat bleibt und zudem ein verkrampftes zusammenhalten der Teile bei der weiteren Bearbeitung wegfällt.

b - Nach dem Abkühlen der "Naht" wird die Rückseite leicht angeschmirgelt und dann mit einem Glasfaserreparaturkit zu patzen angefangen. Kleber nach Anleitung auf der Dose zusammenmischen (Achtung: Die Verarbeitungszeit ist im Ernstfall saukurz *grmbl*). Teil einstreichen und erste Lage Glasfasermatte auflegen. Gut mit Kleber tränken und wieder Glasfasermatte draufgeben. Je nach Belastung der Bruchstelle entsprechende Anzahl an Lagen aufbringen. Zum Abschluß noch einmal ordentlich Kleber drauf - und fertig. Das ganze härtet, wenn man gut gemischt hat uper aus und ist extrem stabil - meine Verkleidung ist noch nie an einer Stelle zweimal gebrochen ;-)

Die Aussenseite kann man je nach Lust und Laune ein wenig glatt schleifen, ausspachteln und überlackieren. Dazu kann ich aber nix sagen, weil mir das den Aufwand nicht wert ist.

4.) Problematisch sind Spezialkunststoffe. Hier hilft oft nur eine brachiale Methode, weil man den passenden Kleber nicht findet: Einen Kunststoffteil aus thermoplastischem Material an die beschädigte Stelle anpassen. Ein paar Löcher reinbohren und den "Überzieher" mit Nieten etc. befestigen. Um das ganze wasserdicht zu bekommen, kann man Silikon verwenden, da die mechanische Beanspruchung ohnehin durch den Thermoplasten abgefangen wird. Ein zu spröder "Lückenfüller" würde auch leicht Risse bekommen, denn auch das beste Bike glänzt durch Vibrationen.

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