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"Luftunterstützte Teleskopgabeln"

 
Ursprüngliche Nachricht
 
"Luftunterstützte Teleskopgabeln"
Posted by Alexander Brandner on Mar-15-00 at 02:06 PM (MEZ)
Wozu sind die Dinger und wie geht man mit ihnen um?

Als erstes ein Zitat aus der AT-Mailingliste, das Jörg Sellmann hervorgekramt hat:
*quote*
"Also erst mal Luftunterstützung: Die Luft in der Luftkammer der Gabel wird beim Einfedern komprimiert und setzt dementsprechend der Einfederbewegung einen - mit zunehmender Einfederung - zunehmenden Widerstand entgegen. Wenn Du von vornherein mehr Luft (Druck) in die Gabel gibst, wird der Anfangswiderstand schon erhöht - die Front taucht weniger ein. Bei Beladung also durchaus wünschenswert. Im Vergleich zu einer progressiven Stahlfeder (die Originalfedern sind linear) ist der Effekt jedoch fast zu vernachlässigen. Daher auch mein Rat - lege Dir Gabelfedern von Technoflex oder WP (ca. 170,- DM) zu - die bringen wirklich eine spürbare Verbesserung des Fahrverhaltens, sprich feinfühliges Ansprechen bei geringer Beladung und kleinen Bodenwellen und genug Reserven bei voller Beladung und verschärfter Gangart."
Die meisten ATler, die ich kenne, fahren ihre Gabel mit 0 bar, d.h. bei entlasteter Gabel wird kurz das Ventil gedrückt. Das mag aber von Motorrad zu Motorrad verschieden sein. Ansonsten: Bei der AT sind es imho maximal 0.6 bar, mehr verkraften die Gabeldichtringe auf Dauer nicht. Also zum Befüllen auf keinen Fall die Druckluftgeräte an der Tankstelle verwenden. Die Luftkammer ist sehr klein und du kannst ziemlich schnell sehr hohen Druck aufbauen.
*/quote*

Der einzustellende Luftdruck ist natürlich von Model zu Model verschieden und kann von unter 0,5 bar bis drei bar und darüber betragen. Details dazu findet man sicher im jeweiligen Handbuch.

Wie stellt man den Luftdruck nun ein? Angeblich bedienen sich nur ganz Verwegene des Gerätes, das an der Tankstelle zum Reifenluftdruckprüfen vorhanden ist. Der Kenner verwendet eine kleine Handpumpe (Fahradpumpe) mit Manometer, da das geringe Luftvolumen schnell Druck annimmt.

Ist nicht von Haus aus nur ein Ventil, und damit eine Verbindung zwischen den beiden Gabeln gegeben, kann man sich bei einem Zubehörhändler ein entsprechendes Ausgleichsstück zulegen. Ohne bekommst man den Druck nie gleichmäßig auf beide Gabelholme verteilt.

Probleme bei zu viel Druck: Ein geringer Überdruck wird ohne Belastung wohl kaum zu Schäden führen. Da im Belastungsfall, sprich beim Einfedern beim Fahren, der Druck ansteigt, kann es aber dazu kommen, daß die Dichtungen beschädigt werden.

Zu wenig Druck: Es kann dazu kommen, daß bei stärkeren Unebenheiten und erhöhter Beladung, die Federung durchschlägt, weil sie einfach zu weich wird.

Wie bei allen Veränderungen am Fahrwerk und der Feder-Dämpfereinstellungen, wird man sich wohl auch beim Luftdruck eine Zeit lang innerhalb der Grenzwerte herumspielen, bis man den für sich persönlich richtigen Luftdruck erwischt hat.

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